Rasho Rashev Introduction Рашо Рашев Увод н и дум и Christina Angelova, Mark. Stefanovich Henrieta Todorova Христина Ангелова, Марк Стефанович Хенриета Тодорова Кратка биография



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ТипБиография
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ко. Macedonuieactaarchaeologica II. 1990. " в. Сан ев, А- СиМоскл, ь. Кнтлновски, С. Саржос км,

op. cii. 17.

'•'Л. Половит», Радолишта. Зборникрадова Народног Myseja I, Београд MCMLVIII, 75-97. П. Куэмеи, Прилог roi! проучуван>етона некропалата од железно време Kaj Радо-лишта олизу Струга. Mtnrilmiiar acia mrliarulogira í). 1990.

Abb. 12. Oclmd, TYebeniSte-Gräberfeld, 1972

Abb. 13. Ochrid, Trebeniste-Gräberfeld, 1972. Ein Teil der Grabfunde des Grabes 17

gen V. Lachtov und J. Kastelid vom Ochrider Museum erforscht. Am SchlltSS sind während einer Rettungsgrabung im Jahre 1972 unter der Leitung von V. Malenko (Denkmalschul-zinstitut in Ochrid) noch weitere 23 sog. „arme" Gräber freigelegt worden (Abb. 10). Aus diesen „armen" Gräber stammt allerdings sehr inter­essantes Fundgut, welches im Archäologischem Museum von Ochrid ausgestellt ist. Es handelt sich um zahlreiche Bronzefunde wie offene Armreifen mit Schlangenköpfe (Abb.8.4,5), Bogenfibeln (Abb.8), Fibeln kleinasiatischen Typs (Abb.9). Nadeln (Abb.11.1) und Doppel­nadeln der Typen ,,M*' (Abb.8.1-3) und "Gaina" (Abb. 12.2), verschiedene spiralförmige Finger­ringe (Abb.8.10-13), einige Silberfunde, eiserne Speerspitzen (Abb. 13.4), und Gefäße: Kraters, Kantaroi (Abb. 13.1), Skiphos (Abb. 13.2), Schüs­seln (Abbl3.3,5) etc.

Leider befinden sich heute das ganze frü­here Fundgut in zwei weitere Museen - im Ar­chäologischen Museum von Sofia und im .Ar­chäologischen Museum von Belgrad.

Es ist offensichtlich dass das Gräberfeld von Ti ebeniste lange frequentiert gewesen ist, näm­lich vom Ende des 7-ten bis den Anfang des 3-ten Jh. V. Chr. Sein Höhepunkt fällt in der zweiten Hälfte des 6-ten und der ersten Hälfte des 5-tenJh. v. Chr., als dort die Fürstenbestat­tungen angelegt worden sind.

In diesen Zusammenhang möchte ich hier als eine wissenschaftliche Hypothese auch mei­ne Ansichten bezüglich der Träger dieser Kul­tur bringen. Als Grundlage dazu berufe ich mich auf der bekamen Legende von Phönizier Kadmo. Die Kadmeer sind „bis den Echeleern vorgestoßen, die sich im Krieg mit den Ilyrer befänden"' (Apolodor, 2 Jh. v. Chr.). Auch Hero-dotes erwähnt die Fcheleer als eine mächtige Stammesgruppe am See von Ochrid (Herodo-tes, Geschichte, 5. 61). Die Forschungen von F. Papasoglu zeigten, dass nach dem Ende des 6 Jh. in den Quellen keine Erwähnungen der Echeleer vorkommen, dagegen die Dasareten weiden erst ab das Ende des 2 Jh. v. Chr. dort erwähnt.

In dem wir hier noch die Legende über der Methaniorphose des Kadmos, der sich in Schlange verwandelt hat, mit der Vorliebe des Slangcnmotivs im Trebeniste in Zusammen­hang bringen, wagen wir die Hypothese zu äu-

ßern, dass das Gräberfeld den Echeleern zuzu­schreiben ist1". In dieser Richtung kann auch die Interpretation des vor kurzem entdeckten Gräberfeldes von Sindos bei Thessaloniki ge­hen, welches jenem von Trebenistc typologisch und chronologisch sehr nahe steht.

Als weitere erforschte zeitgleiche Lokali­täten sind die folgende zu nennen: „Opalen" bei RadoliSta, Reg. Struga, augegeraben im J. 1937. Das Fundgut befindet sich im Museum von Ochrid. Der Fundort datiert zwischen Ende des 7. und das des 5. Jh. V. Chr. und hat Entsprechungen in Trebeniste. 1952 ist beim Dorf Recica, 20 km nordöstlich von Ochrid, ein weiteres Gräberfeld durch Zufall festgestellt worden und der Archäologe V. Lacliov konnte einige Grabfunde sicher stellen, darunter ein griechist h-ilyrisclier Helm (Abb.6.4), ein Labris (Abb.6.3), zwei eisernen Speerteile (Abb.6.2), eine doppelte Nadel desTypes „M" (Abb.6.5) und eine .silberne, romboide Brustplatte (Abb.6.1). Die Veröffentlichung des Fundgutes und seine Interpretation ist erst nach seinem Tod in der lubljansche „Situla" erschienen. Er datiert den Fund in der Milte des 5. Jh. V. Chi".

Unweit des selben Dorfes, in der Gegend

„Lozista" ist 1955 ein Zufallsfund ans Licht ge­kommen - eine Deponierung von BrOnzege-genstände. Er beinhaltet Bronzearmreifen mit sich überlappenden Enden und Schlangenköp­fe, ferner Fingerringe und Anhänger, die chro­nologisch im erste Drittel des 6. Jh. v. Chr. ge­hören1-'. Die Funde haben Entsprechungen im Trebcnisic-Areal, weisen aber auch spezifische Merkmale auf. Ins besondere gilt das für die Funde aus „Lozista", wo es sich am wahrschein­lichsten um eine votive Nicdcrlcgung handelt, und deren Details an den Trako-kimtucrischcn Stil erinnern.

Die erwähnte Gräbrlclder fallen in der Zeit von Haistatt I) der mitteleuropäischen Chro­nologie. Nach dem Chi onolgiesvsicm von M. Garasanin nehmen sie- das Ende der II, die III und die IV Stufe seiner Macedonischen Eisen­zeit ein. In der IV Stufe ist die Kultur bereits vollkommen hellinisiert. womit in Macedonien und namentlich in der Region von Ochrid die Urgeschichte schließt und die historische Zeil beginnt.

Autor der Fotogtaphien P. Aitschev

"' В. Лахтов, Илирскиот боречкм гроб од сслото Речи-ца, Охридско и проблемот на грчко-илирскиот шлем. Situla8,ArheoloSkeStüdije II. Ljubljana 1965,47-78.

" П. Кузмен, Збирниот наод од Лозишта Kaj Речица. Лихнид 5, Годипшен зборник на Народнпот Mv:»ej im Охрид, Охрид 1983, 106-126.

'-' П. Кузмен, Три челусти и вртулка, Tpeóetiuvtma 1972. Охрид 1У85. 57. Dem Лики dieses Лиfs.it/t-s ist das Buch von n.(».L. Hammond, Epirus, Oxford 1967 weder be­kannt noch zugänglich . F. Papazoglu zitiert auf 'S. 77, in seiner Fußnote 45, dass Hammoud (auf Seite 139 seines Buches) die Meinung gcäubci t hat, dass die Fürstengrä­bel von Ii eheniste den Königen der l\nc hclcei gehören, die sich als Nachfolger von K ad mos und Harmonia be­trachtet haben. Wir sind zu ähnlichen Schlußfolgerun­gen gelangt, freilich auf Grund eigener Überlegungen, die sich auf den Angaben von Ilerodotes und der For-schungseigebnisse von F. I'apasoglu stüt/en.

Zur Zeitstellung der Fundstellen bei den Pobiti Kamäni (Kreis Varna)



Raiko Krauß

Райт Kpayc

Отпоено датирането на находките от TJoóumume Камъни, Варненско

Побитите Камыш, разположени 18 км западно от гр. Варна, са един от най-забележите.чпите природни памет-ници в България. Местонаходището става известно от археологически гледна точка след като каменните артефакти, намерены от Николай Джамбазов и Ара Маргос, са определены най-оощо като палеолитни и мезолитни. Иван Гацов за първи път овсъжда датировката им и ги отпася към началото на холоцена. От тогава пасам находището стой като репер за хоризонта на т.н. епипалеолит, макар че дори Гицов посочва паралели и с артефактите от неолитните селища при Усое и Капица. При едно ново обхождане на местноетта при „централната групп" на Побитите Камъни ояха откриши (фрагмента от керамика, конто със сигуриост могат да оъдат определена като праисторически, и с неооходимата доза предпизливост no-скоро като неолитни. Присъствието на керамика подкрепя в значителна степен meiama за евентуалната неолитни датировка на находището при Побитите Камъни. Тази хронологически позиция се подкрепя и от факта, че много от местопаходищата при района па Железин Врата, с конто артефактише от Побитите камъни предимно се сравнявши, според новите "С.-дати вече не принадлежат към времето на европейския Mtзолит, а съвпадат с ранния неолит. След като находките от Побитите Камъни евентуално отпадат като доказа-телство за едно предкерамично явление, за района на Долния Дунае остава проблемът на липсата па хоризонт между окончателния край на палеолита и най-ранната неолитизация. В заключение са обсъдени причините за липсата на находки от този период.

Seit langem schon zieht eine Natursehens­würdigkeit 18 km westlich von Varna die Auf­merksamkeit der Besucher auf sich. Die Rede ist von den „durchbrochenen Steinen", bulga­risch „Pobiti Kamäni", auch bekannt unter dem älteren türkischen Namen „Dikili Ta§", einem wahren Wald aus natürlich gebildeten Kalk­steinsäulen, die aus mehreren sandigen Sen­ken herausragen (Abb. 1). Die Entstehung der bizarren Felsformationen scheint noch immer strittig, wenngleich weitgehende Übereinkunft darin besteht, daß es sich um Bildungen der älteren Erdgeschichte, weit vor dem Beginn der menschlichen Besiedlung handelt (Динки/ МИШЕВ 1980). Seit 1937 steht der Park „Pobiti Kamäni" unter Naturschutz und ist damit eines der ältesten Reservate in Bulgarien überhaupt.

Archäologisch erlangte das Gebiet um die Pobiti Kamäni Bedeutung durch den Fund zahlreicher Feuersteingeräte, die von Ära Mar-gos in den 1950er fahren aufgelesen wurden. Es handelt sich um mindestens 11.000 Artefak­te, darunter etwa 1.300 Nuklei, 900 Klingen und 9.000 Abschläge (Gatsov 1989, 471). Die Sammlung ist damit eine der umfangreichsten ihrer Art aus Südosteuropa. Ein Teil der Funde ist heute im Archäologischen Museum der Stadl Varna zu besichtigen.

Erstmals erfuhr die Fachöffentlichkeit durch Nikolaj Dzambazov und Ara Margos von den Funden, die zunächst von einem paläolithi-schen oder mesolithischen Alter der Artefakte ausgingen (/l/KAMr>A30B/MAproc 1960). Insge­samt berichteten sie von neun verschiedenen Plätzen, die in der Gegend zwischen den Ort­schaften Banovo und Pripck bis zum Nordrand der Seen von Beloslav und Varna liegen. Im ein­zelnen sind es die Fundplätze Banovo, Sláncevo I-111, die „Zentralgruppe" der Pobiti Kamäni, Strasimirovo, Beloslav I—11 und Harmankaja. Der uns hier besonders interessierende Platz liegt inmitten der „Zentralgruppc", die man auf der Europastraße 70 von Varna kommend pas­siert. Aufgrund seiner leichten Erschließbarkeit wird dieser Teil des Naturparks heute auch am meisten von Touristen frequentiert.

1980 wurden von V. Stanko einige Invéntale des spätesten Paläolithikums aus dem Gebiet der nordpontischen Steppen veröffentlicht (ctahko 1980), die später Anlaß gaben, die Zeitstellung der Funde von den Pobiti Kamäni neu zu über­denken. Ivan Gatsov publizierte 1984 und 1989 eine größere Auswahl der Artefakte und legte Argumente für eine Datierung in das frühe Holozän vor. Zunächst befaßte er sich mit den verschiedenen Typen der Nuklei von den Pobiti

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Ahb. I. Blick auf die „Zentralgruppe" der Pobiti Kamäni

Kamäni, für die er in den Funden von Vlasac Parallelen aufzeigen konnte (Gatsov 1984). Be­sondere Aufmerksamkeit verdienen daneben verschiedene mikrolithischc Geräte, deren ge­naue Zahl mit 428 angegeben wird. Von diesen veröffentlichte Gatsov noch einmal mehrere Kerne und Kratzer, die er ebenfalls den Funden von Vlasac und CuinaTurcului gegenüberstell­te (Gatsov 1989, -171). Aufgrund der allgemei­nen Morphologie der Artefakte und vor allem auch wegen des Fehlens von sonstigen Funden wurde die Zeitstellung des Fundplatzes seitdem nicht mehr in Zweifel gezogen.

In Ermangelung eines regelrechten Meso­lithikums auf der südlichen Balkanhalbinsel schienen die Artefakte von den Pobiti Kamäni die einzigen Anzeichen für einen Gcrätchoii-/oiit zwischen dem am Unterlauf der Donau gut belegten Epi-Gravettien, etwa in den I foh­len Baco Kiro (Ko/iowsk! t-.i ai . 1982, Tal". XV II.; chpakoba/hbahoba 1994) und lemnata (Ko/t.owsKi ei ai. 1992) sowie dem beginnen­den Frühneolithikum. Da die bei den Pobiti Kamäni gefundenen Arielakte ihrerseits an äl­tere Traditionen anzuknüpfen scheinen, wurde für den Fundplatz auch die etwas unglückliche Bezeichnung „Epi-Tardigravcttien" diskutiert. Niehl zuletzt aufgrund der sprachlichen Unaus-gewogenheit dieses Terminus spricht man heu­te wohl allgemein vom F.pi-Paläolithikum (GAT-sov 1989, 474). Diese aus dem Vorderen Orient übertragene Bezeichnung spiegelt einerseits eine angenommene, ununterbrochene Formen­tradition des Paläolithikums bis in die Zeit nach dem Pleistozän und grenzt diesen Zeitabschnitt andererseits klar gegen die nachfolgende, neo-lithische Entwicklung ab. Obwohl der Begriff eine deutliche Zäsur zum Neolithikum sugge­riert, konnte Gatsov bemerkenswerter Weise auch Parallelen zu den Steingeräten von den mittel- bis spätneolithischen Fundplätzen bei Usoe und Kacica aufzeigen v Gatsov 1989, 474). Bestätigt wurden diese Beobachtungen bislang allerdings nicht, da seither außer den Stein.u-tefäkten insbesondere keine keramischen Fun­de von den Pobiti Kamäni bekannt geworden waren.

Eine erneute Begehung des Fundplatzes gemeinsam mit den Berliner Kommilitonen M. Brückner, A. Moser und J. Weschenlelder



Zur Zeitstellung der Fundstellen bei den Pobiti Kamäni (Kreis Varna)

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Abb. 2. Fundplatz der Keramikfragmente innerhalb der „Zentralgruppe". Karte nach Aikamea30bIMaptoc (1960, Fig. 1)

im März 2006 erbrachte nun erstmals Kera­mikfragmente (Abb. 3), die sich zweifelsfrei als prähistorisch und mit einiger Vorsicht als nco-Iithisch ansprechen lassen. Es handelt sich um vier kleinere, stark verrollte und an der Ober­fläche von der Erosion angegriffene Scherben. Sie fanden sich in dem Bereich der „Zentral­gruppe", nördlich der Straße, inmitten einer Gruppe von Kalksteinsäulen unmittelbar an der Erdoberfläche (Abb. 2). Die Lage an der Oberfläche mag den schlechten Erhaltungszu­stand erklären, da die Scherben, nachdem sie durch die Erosion des Bodens an die Oberflä­che gelangten, den Witterungsein Hussen und dem Abrieb durch fliegenden Sand ausgesetzt waren. Im Gebiet der großen Sand flächen ist die Verwitterung weitaus stärker als andern­orts, denn hier kann keinerlei Vegetation die­sen Prozeß aufhalten. Aufgrund der Kleintei-ligkeit der Scherben läßt sich über die einstige Form der Gefäße kaum etwas aussagen. Bei ei­nem Stück wird es sich um das Fragment einer Schüssel oder vom Unterteil eines bauchigen Topfes handeln, dessen Durchmesser bei etwa 20 cm liegt (Abb. 3.1). Die übrigen Stücke schei­nen von ähnlich großen Gefäßen zu stammen, denn eine Wölbung der Scheiben ist kaum er­kennbar. Die Stärke der Wandung ist hingegen eher gering, was ebenfalls dem Abrieb geschul­det sein kann. Eindeutig handelt es sich bei allen Stücken um handgeformte Waren. Porös und stark sandig zeigen sich die Oberflächen

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Abb. >. Keramikfragmente von den Pobiti Kamäni

Abb. 4. An folge

schliff der Keramikfragmente. Die Her­der Proben entspricht der auf Abb. 3

Die Farben variieren von gelb-braun bis zu ei­nem blassen ziegelrot. Eines der Fragmente zeigt sich im Bruch dunkler als die Oberfläche (Abb. 4.2). An diesem Stück erkennt man be­sonders gut die Magerung, welche sich neben großen Anteilen an feinem Sand aus kleinen Kohlestücken zusammensetzt, die eventuell von Getreidespreu herrühren. Die übrigen Stücke (Abb. 4.1, 3-4) sind vollständig durchoxidiert, wodurch sich die Farbe des Bruches kaum von der der Oberfläche unterscheidet. Offenbar sind diese Stücke sekundär verbrannt. Auch hier erkennt man vor allem die sandige Maue­rung; die organischen Anteile sind eher gering. An dem größten Fragment (Abb. 3.1) läßt sich an der Außenfläche eine künstliche Aufrau­hung beobachten, wie sie gerade bei neolithi-schen Gefäßen üblich ist. Zunächst hat es den Anschein, als handle es sich um einen Barbotin­überzug. Bei genauerer Betrachtung erkennt man jedoch, daß die Keramikoberfläche selbst aufgerauht und kein spezieller Schlicker- oder Barbotiiiauftrag erhalten ist. Es ist gut möglich, daß die Scherben ursprünglich dennoch mit ei­nem Tonschlicker überzogen waren. Durch die Verrollung wäre dieser aber längst abgetragen. Neben der spezifischen Oberflächenbehand­lung dieses Exemplars ist es vor allem die bei al­len Scherben festgestellte Magerung, welche ein neolithisches Aller nahelegt. Die keramischen Waren etwa des frühncolithischen Fundplat/es



Zar Zeitstellung der Fundstellen bei den Pobiti Kamäni (Kreis Varna)

von Ovcarovo-gorata zeigen genau diese spezi­fische Mischung mit viel Sand und kleineren Anteilen organischer Substanz.

Auch wenn die Datierung der Keramikfrag­mente aufgrund ihres schlechten Erhaltungszu­standes nicht weiter eingegrenzt werden kann, ist allein schon der Fund prähistorischer Kera­mik von einiger Bedeutung, da er die ebenfalls an dieser Stelle aufgesammelten Steinartefakte in ein neues Licht stellt. Zu den bereits veröf­fentlichten Steingeräten kann man sich nun ein keramisches Begleitinventar vorstellen, was einer Datierung der Artefakte in das Neolithi­kum sehr viel stärkeres Gewicht verleiht.

Die Betrachtung der Funde von den Pobiti Kamäni leitet hin zu den bekannten Siedlungs­plätzen am Eisernen Tor, mit denen die Feu-efSteingeräte schon seit längerem verglichen werden. Insbesondere in Lepenski Vir und in Padina bewirkten genauere Beobachtungen der Fundsituation und nicht zuletzt aktuelle "C-Datierungen eine gänzlich neue Interpretation der Befunde und ihrer kulturgeschichtlichen Stellung. Bereits Dragoslav Srejovic beobachte­te in der vermeintlich noch rein mesolithischen Schicht I von Lepenski Vir Starcevo-Keramik, die er allerdings als Störfunde aus den dar-überliegenden, neolithischen Schichten inter­pretierte (Cpejobmf, 1969, 1531; Srejovic. 1971, 5). Nachdem aber auch in der Siedlung von Pa­dina innerhalb der Häuser Starcevo-Keramik gefunden wurde (Jovanovic 1987), erschien die These einer vorneolithischen Zeitstellung der Anlagen immer fragwürdiger. Konsequenter­weise stellte Dusan Boric den frühneolithischen Zusammenhang der Befunde von Lepenski Vir I und Padina fest, die nach den kalibrierten l4C-Daten etwa in die Zeit von 6200-5400 v. Chr. zu datieren sind (Boric. 2002). Wenn man den typologischen Zusammenhang zwischen den Steinartefakten von den Pobiti Kamäni und den Fundstellen am Eisernen Tor berücksich­tigt, wie ihn bereits Gatsov (1984, 149; 1989) herausgestellt hat, so muß man auch deren Zeitstellung am Beginn des Neolithikums ak­zeptieren.

Scheiden die Funde von den Pobiti Kamäni als Zeugnisse einer vorneolithischen Siedungs­tätigkeit aus, so bleibt für das Gebiet am Un­terlauf der Donau das Problem eines fehlenden Mesolithikums bestehen. Das Postulat eines

Epi-Paläolithikums erscheint nunmehr als intel­lektuelles Konstrukt, das ohnehin nur schwach mit Material unterfüttert war und angesichts der Keramikfunde bei den Pobiti Kamäni nun gänzlich einer Grundlage entbehrt. Die archäo­logische Forschung steht somit noch immer vor der Herausforderung, die Zeit zwischen dem definitiven Ende des Paläolithikums und dem Beginn der Neolithisierung im Raum zwischen Karpatenbogen und Balkangebirge zu beleuch­ten. Lösungen für das Problem könnten durch eine genauere Analyse des Naturraumes gefun­den werden, denn während des Pleistozäns ver­änderte sich die Umwelt im Balkanraum nicht in gleichem Maße wie im Norden Europas und im Gebiet der Alpen (Baiiuai'ob 1973, 125ff.). Vielmehr scheinen mit der kontinentalen Ver­eisung verbundene Klimaereignisse im Bal­kangebiet nur in abgeschwächter Form spürbar gewesen zu sein, so daß sich der dortige Natur­raum weniger radikal änderte und menschli­che Gemeinschaften prinzipiell ihre tradierte Lebensweise beibehalten konnten. Im Norden hingegen wird die Veränderung des Natur­raumes auch an den Artefakten sichtbar. Wir erfassen einen Wandel von der paläolithischen Großwildjagd auf offenen Flächen hin zur spe­zialisierten Waldjagd im Mesolithikum.

Es erscheint also wenig aussichtsreich, in der archäologischen Sachkultur Nordbulgariens und der Walachei nach einem Mesolithikum zu suchen, da am Unterlauf der Donau nicht mit einer Entwaldung und Wiederbewaldung in Folge der Eiszeiten und einem damit ver­bundenen Wandel der Lebensweise zu rechnen ist. Eine wesentliche Erscheinung in Folge der kontinentalen Vereisung in diesem Gebiet ist dagegen die großflächige Anwehung von Löß (Fotakiewa/Minkov 1966; Mhhkob 1968). Die Ablagerungen dieses Sediments sind insbeson­dere in der bulgarischen Tiefebene auf großen Flächen derartig massiv, daß man sich eine Besiedlung weiter Landstriche zumindest wäh­rend des aktiven Prozesses der Anwehung nur schwer vorstellen kann. Denkbar wäre ein peri­odischer Rückzug der Bevölkerung aus diesen Gebieten in den Zeiten der Lößanwehung. was die Unterbrechung der archäologischen Sach­kultur begründen würde. Gleichzeitig können aufgrund der weitgehend flächendeckenden Sedimentation in diesem Gebiet ältere Fun­de nicht leicht entdeckt werden. Nicht zuletzt deshalb liegen die paläolithischen Fundplätze Mordbulgariens sämtlich entweder in Höhlen oder in den tiefen, lößfreien Einschnitten von

Flußtälern. Die Aufdeckung von Funden vom Übergang der jüngeren Dryas über das Präbo-real bis hin zum Boreal bleibt damit in erster Linie ein geographisch-technisches Problem.



Literatur

Boric 2001



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